Zwischenblutungen vor der Periode verunsichern viele: Ist das noch „normal“ oder ein Warnzeichen? Eine Schmierblutung vor der Periode kann harmlose hormonelle Ursachen haben – manchmal steckt jedoch eine Infektion, ein Polyp, Endometriose oder (selten) etwas Ernsteres dahinter. In diesem Artikel erfährst du, welche Gründe am häufigsten sind, woran du Warnzeichen erkennst, was wirklich helfen kann und wann ärztliche Abklärung in Deutschland und Österreich sinnvoll ist.
Zwischenblutung vor der Periode: Ursachen, Warnzeichen und was wirklich hilft

Eine Blutung außerhalb der eigentlichen Monatsblutung ist ein Thema, das viele Menschen mit Zyklus betrifft – und dennoch bleibt es oft mit Unsicherheit verbunden. Besonders häufig wird eine Schmierblutung vor der Periode beobachtet: wenige Tropfen, bräunlicher Ausfluss oder eine leichte, kurze Blutung, die Tage vor der erwarteten Menstruation auftaucht. In vielen Fällen ist das zwar unangenehm, aber harmlos. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Dauer, Intensität, Begleitsymptome und Zyklusmuster geben wichtige Hinweise, ob eher eine hormonelle Schwankung oder eine behandlungsbedürftige Ursache dahintersteckt.

Der Zyklus ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Hormonen, Schleimhautaufbau und -abstoßung. Schon kleine Veränderungen – Stress, Reisen, Gewichtswechsel, neue Medikamente oder ein Wechsel der Verhütung – können dazu führen, dass die Gebärmutterschleimhaut früher „reagiert“. Gleichzeitig gibt es Ursachen, die ärztlich abgeklärt werden sollten: Infektionen, Polypen, Myome, Endometriose, Schilddrüsenstörungen oder – in seltenen Fällen – Veränderungen am Gebärmutterhals.

Dieser Beitrag richtet sich an Leserinnen und Leser in Deutschland und Österreich und erklärt praxisnah, welche Ursachen häufig sind, welche Symptome Warnzeichen darstellen und welche Maßnahmen im Alltag wirklich helfen können. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose, kann dir aber dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen und angemessen zu handeln.

Was ist eine Zwischenblutung – und was zählt als Schmierblutung?

Als Zwischenblutung bezeichnet man eine Blutung, die außerhalb der erwarteten Menstruation auftritt. Der Begriff ist ein Oberbegriff und umfasst unterschiedliche Formen:

  • Schmierblutung: sehr leichte Blutung, oft bräunlich oder rosé, eher „Spuren“ beim Abwischen oder wenig im Slip.
  • Kontaktblutung: Blutung nach Geschlechtsverkehr, nach gynäkologischer Untersuchung oder nach Tampon/Becher.
  • Ovulationsblutung: leichte Blutung um den Eisprung herum.
  • Stärkere Zwischenblutung: deutlicher Blutverlust, der einer Periode ähneln kann.

Eine Schmierblutung vor der Periode tritt typischerweise 1–7 Tage vor Beginn der Menstruation auf. Häufig ist sie kurz (einige Stunden bis 1–2 Tage) und geht mit einem Wechsel der Farbe (bräunlich durch „altes“ Blut) einher. Wichtig ist nicht nur ob es blutet, sondern auch wie:

  • Farbe: hellrot (frisch) vs. braun (älter, langsamer Abfluss)
  • Menge: nur beim Abwischen vs. Binde nötig
  • Dauer: einmalig vs. wiederkehrend über mehrere Zyklen
  • Begleitsymptome: Schmerzen, Geruch, Fieber, Juckreiz, Kreislaufprobleme

Wie der Zyklus funktioniert (kurz erklärt)

Für das Verständnis hilft ein Überblick über die wichtigsten Zyklusphasen. Der „Tag 1“ ist der erste Tag der regulären Menstruationsblutung:

Follikelphase (bis zum Eisprung)

Östrogen steigt, die Gebärmutterschleimhaut baut sich auf. Gegen Mitte des Zyklus kommt es zum Eisprung.

Lutealphase (nach dem Eisprung bis zur Periode)

Nach dem Eisprung produziert der Gelbkörper Progesteron. Dieses Hormon stabilisiert die Schleimhaut. Fällt Progesteron am Ende der Lutealphase ab, startet die Menstruation.

Viele Schmierblutungen kurz vor der Periode hängen genau mit dieser Stabilisierung zusammen: Wenn Progesteron relativ niedrig ist oder der Hormonabfall früher beginnt, kann die Schleimhaut leicht „anbluten“, bevor die eigentliche Blutung einsetzt.

Häufige Ursachen für Schmierblutung vor der Periode

Die Bandbreite reicht von harmlosen Zyklusvariationen bis zu medizinischen Ursachen, die gezielt behandelt werden sollten. Die folgenden Punkte gehören zu den häufigsten Gründen.

1) Hormonelle Schwankungen (Stress, Schlafmangel, Gewichtsveränderungen)

Der Hormonhaushalt reagiert sensibel auf äußere Einflüsse. Besonders Stress (beruflich, emotional), Jetlag, intensiver Sport oder eine starke Gewichtsabnahme können den Zyklus verschieben. Dadurch kann es zu einer leichten Blutung in den Tagen vor der Menstruation kommen.

Typisch: unregelmäßige Zyklen, wechselnde PMS-Symptome, Schmierblutung in einzelnen Monaten, oft ohne starke Schmerzen.

2) Lutealphaseninsuffizienz (Progesteronmangel)

Wenn die Gelbkörperphase zu kurz ist oder Progesteron nicht ausreichend ansteigt, wird die Schleimhaut weniger stabil. Das kann sich als wiederkehrende Schmierblutung in den Tagen vor der Periode äußern.

Hinweise:

  • Schmierblutung tritt über mehrere Zyklen ähnlich auf
  • verkürzte Zykluslänge (z. B. < 24–25 Tage)
  • ggf. unerfüllter Kinderwunsch

In der Praxis wird bei Verdacht häufig eine Zyklusdiagnostik erwogen (z. B. Progesteron im passenden Zeitfenster, Ultraschall, Zyklustracking).

3) Ovulationsblutung – verwechselt mit „vor der Periode“

Manchmal liegt die Blutung nicht kurz vor der Menstruation, sondern um den Eisprung herum – besonders bei kürzeren Zyklen kann das als „zu früh“ für den Eisprung wirken. Der Östrogenabfall um den Eisprung kann eine leichte Blutung auslösen.

Typisch: 10–16 Tage vor der nächsten Periode, ggf. Mittelschmerz, klarer Zervixschleim.

4) Verhütung: Pille, Minipille, Hormonspirale, Implantat

Hormonelle Verhütung ist eine der häufigsten Ursachen für Zwischenblutungen. Besonders in den ersten Monaten nach Beginn oder Wechsel eines Präparats kann es zu Spotting kommen.

  • Kombinationspille: Zwischenblutungen bei vergessenen Tabletten, Wechselwirkungen (z. B. bestimmte Medikamente), niedrig dosierte Präparate.
  • Gestagenpille (Minipille): Spotting ist relativ häufig, vor allem anfangs.
  • Hormonspirale: in den ersten 3–6 Monaten unregelmäßige Blutungen möglich, später oft weniger Blutung.
  • Implantat/Spritze: unregelmäßige Blutungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen.

Wichtig: Eine neu auftretende Blutung trotz stabiler Verhütung über lange Zeit sollte dennoch abgeklärt werden, insbesondere bei Schmerzen oder nach dem Sex.

5) Kupferspirale/Kupferkette

Nicht-hormonelle Intrauterinpessare können die Blutung verstärken oder verlängern. Schmierblutungen vor der Periode sind möglich – besonders in den ersten Monaten nach dem Einlegen.

6) Schwangerschaft: Einnistungsblutung oder frühe Blutung

Bei Kinderwunsch oder ungeschütztem Sex sollte eine frühe Schwangerschaft als Ursache bedacht werden. Eine Einnistungsblutung ist meist sehr leicht und kurz, jedoch sind Blutungen in der Frühschwangerschaft insgesamt häufig und nicht immer harmlos.

Abklärung ist wichtig, wenn zusätzlich Unterbauchschmerzen, einseitige Schmerzen, Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten (Ausschluss z. B. einer Eileiterschwangerschaft).

7) Infektionen (Vaginitis, Zervizitis, STI)

Entzündungen der Scheide oder des Gebärmutterhalses können zu Kontakt- oder Schmierblutungen führen. In Deutschland und Österreich werden in der gynäkologischen Praxis häufig Abstriche und ggf. Tests auf sexuell übertragbare Infektionen angeboten.

Typische Begleitsymptome:

  • unangenehmer Geruch, veränderter Ausfluss
  • Brennen, Juckreiz
  • Schmerzen beim Sex
  • Blutung nach Geschlechtsverkehr

8) Polypen am Gebärmutterhals oder in der Gebärmutter

Polypen sind meist gutartige Schleimhautwucherungen. Sie können Zwischenblutungen verursachen – auch vor der Periode oder nach Sex. Oft werden sie per Ultraschall oder Spiegelung entdeckt.

9) Myome

Myome (gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter) können Blutungsmuster verändern. Nicht jede Person mit Myomen hat Beschwerden, aber mögliche Anzeichen sind stärkere Regelblutungen, längere Blutungsdauer und Zwischenblutungen.

10) Endometriose oder Adenomyose

Bei Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, bei Adenomyose in der Gebärmuttermuskulatur. Beide können unregelmäßige Blutungen begünstigen – oft in Kombination mit Schmerzen.

Hinweise: starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Sex, zyklusabhängige Darm-/Blasenbeschwerden, Erschöpfung.

11) Schilddrüsenstörungen (Hypo-/Hyperthyreose)

Die Schilddrüse beeinflusst den Hormonhaushalt. Sowohl Unter- als auch Überfunktion können den Zyklus stören und zu Zwischenblutungen beitragen.

12) Perimenopause (Wechseljahre) oder Pubertät

In Phasen hormoneller Umstellung sind unregelmäßige Zyklen häufiger: in den ersten Jahren nach der ersten Menstruation sowie in den Jahren vor der Menopause (Perimenopause). Schmierblutungen vor der Periode können dann auftreten, sollten aber bei neuen Mustern trotzdem abgeklärt werden – besonders ab 40+ oder bei Risikofaktoren.

Warnzeichen: Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Viele leichte Blutungen sind harmlos. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine zeitnahe Abklärung sinnvoll oder dringend ist. Die folgenden Warnzeichen gelten als wichtige Orientierung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Dringend (heute/Notfall), wenn …

  • starke Blutung mit Kreislaufproblemen, Schwindel, Ohnmacht
  • starke einseitige Unterbauchschmerzen (insbesondere bei möglicher Schwangerschaft)
  • Blutung in der Schwangerschaft mit Schmerzen, Gewebeabgang oder starker Unsicherheit
  • Fieber, starke Schmerzen, deutlicher Krankheitsgefühl (Verdacht auf schwere Infektion)

Zeitnah (in den nächsten Tagen/Wochen) abklären, wenn …

  • die Zwischenblutung wiederholt über mehrere Zyklen auftritt
  • du nach dem Sex blutest (Kontaktblutung)
  • zusätzlich Schmerzen, übler Geruch, Juckreiz oder Brennen auftreten
  • die Blutung deutlich stärker wird oder länger als 2–3 Tage anhält
  • du über 35–40 bist und sich das Blutungsmuster neu verändert
  • du ein erhöhtes Risiko hast (z. B. auffällige PAP-Anamnese, Immunsuppression)

Hinweis für Deutschland/Österreich: Bei Unsicherheit ist die gynäkologische Praxis der erste Ansprechpartner. Außerhalb der Öffnungszeiten kann in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 helfen; bei akuten Notfällen gilt 112. In Österreich ist je nach Bundesland der ärztliche Notdienst bzw. die Gesundheitsberatung 1450 eine Option; in akuten Notfällen ebenfalls 144 oder 112.

Was dich in der gynäkologischen Abklärung erwartet

Eine einzelne Schmierblutung vor der Periode ist oft kein Grund für umfangreiche Diagnostik. Bei wiederkehrenden oder auffälligen Blutungen wird die Ärztin/der Arzt in der Regel strukturiert vorgehen.

Anamnese: Diese Fragen sind typisch

  • Seit wann tritt die Blutung auf, wie oft, wie lange?
  • Wie ist die Menge (Slipeinlage/Binde/Tampon nötig)?
  • Farbe (rosa, rot, braun), Geruch?
  • Zykluslänge, Zeitpunkt im Zyklus, Eisprung-Anzeichen?
  • Verhütung, Einnahmefehler, neue Medikamente?
  • Schmerzen, Fieber, Ausfluss, Blutung nach Sex?
  • Schwangerschaft möglich? Kinderwunsch?

Untersuchungen (je nach Situation)

  • Schwangerschaftstest (Urin oder Blut), wenn möglich
  • Gynäkologische Untersuchung inkl. Betrachtung des Gebärmutterhalses
  • Ultraschall (vaginal), um Schleimhaut, Polypen, Myome, Zysten zu beurteilen
  • Abstrich bei Verdacht auf Infektion
  • PAP-Test/HPV-Diagnostik gemäß Vorsorge/Indikation
  • Blutwerte: z. B. Schilddrüse (TSH), ggf. Eisen bei starken Blutungen; Hormonwerte nur gezielt und zeitlich passend

Oft reichen wenige Schritte, um harmlose Ursachen von behandlungsbedürftigen zu unterscheiden. Wichtig ist, dass du deine Beobachtungen möglichst konkret schildern kannst.

Was wirklich hilft: Maßnahmen im Alltag (und was du lieber lassen solltest)

„Hilft“ hängt von der Ursache ab. Eine Schmierblutung, die durch Stress oder einen einmaligen Zyklusausrutscher entsteht, braucht meist keine medizinische Behandlung. Wiederkehrende Blutungen profitieren dagegen von gezielten Schritten: Zyklusverständnis, Trigger reduzieren, passende Diagnostik und – falls nötig – Therapie.

1) Zyklus tracken – aber sinnvoll

Ein gutes Tracking kann Muster sichtbar machen: Tritt die Blutung immer an Zyklustag X auf? Kommt sie nach stressigen Wochen? Passiert sie nach Sex?

Praktische Tracking-Ideen:

  • Zyklustage notieren (Start der Periode = Tag 1)
  • Blutung: Farbe, Menge, Dauer
  • Symptome: Schmerzen (Skala 0–10), Stimmung, Schlaf
  • Verhütung, Einnahmefehler, neue Medikamente
  • Bei Kinderwunsch: Basaltemperatur oder LH-Tests, um Eisprung/Lutealphase besser einzuordnen

2) Stress senken und Schlaf stabilisieren

Das klingt banal, ist aber für viele Zyklen entscheidend. Chronischer Stress kann die Hormonachsen beeinflussen und Zyklusunregelmäßigkeiten fördern.

  • Schlaf: möglichst konstant, 7–9 Stunden, regelmäßige Zeiten
  • Bewegung: moderat, regelmäßig (z. B. Spaziergänge, Krafttraining, Yoga)
  • Entlastung: realistische Planung, Pausen, ggf. psychologische Unterstützung

3) Eisenstatus im Blick behalten (bei häufigen Blutungen)

Wenn Blutungen häufiger oder stärker werden, kann das langfristig zu Eisenmangel beitragen. Typische Zeichen sind Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit bei Belastung, Haarausfall. Eine Blutabnahme (Ferritin) kann Klarheit schaffen. Eine Supplementierung sollte idealerweise ärztlich begleitet werden.

4) Bei Verhütung: Einnahme prüfen, Wechselwirkungen beachten

Wenn du hormonell verhütest, lohnt sich ein nüchterner Check:

  • Wurden Tabletten vergessen oder verspätet genommen?
  • Gab es Durchfall/Erbrechen kurz nach Einnahme?
  • Neue Medikamente oder pflanzliche Mittel (z. B. Johanniskraut)?

Bei anhaltendem Spotting kann die Ärztin/der Arzt eine Anpassung der Dosierung, einen Präparatewechsel oder eine andere Verhütungsmethode vorschlagen.

5) Bei Infektzeichen: nicht „wegwarten“, sondern abklären

Wenn Juckreiz, Brennen, Geruch oder Schmerzen dazukommen, ist Selbstbehandlung mit zufälligen Intimprodukten oft kontraproduktiv. Sinnvoller ist eine gezielte Diagnose (Abstrich), damit die Behandlung passt.

6) Schmerzmanagement – wenn Krämpfe oder Endometriose-Verdacht besteht

Bei zyklusabhängigen Schmerzen können Wärme, moderate Bewegung und – nach ärztlicher Rücksprache – entzündungshemmende Schmerzmittel helfen. Bei starken, wiederkehrenden Schmerzen ist eine Abklärung Richtung Endometriose/Adenomyose wichtig, weil eine frühzeitige Behandlung Lebensqualität verbessern kann.

7) Was du lieber lassen solltest

  • Vaginale Spülungen („Intimduschen“): können die Scheidenflora stören und Infektionen begünstigen.
  • Ungezielte Antibiotika oder „Restbestände“: erhöhen Resistenzrisiken und behandeln die Ursache oft nicht.
  • Panisches Absetzen hormoneller Verhütung ohne Plan: kann Blutungen verstärken und Schwangerschaftsrisiko erhöhen.
  • Dauerhafte Selbstdiagnosen allein per App: Apps sind hilfreich, aber ersetzen keine medizinische Abklärung bei Warnzeichen.

Therapieoptionen (je nach Ursache)

Die Behandlung richtet sich nach Diagnose, Lebenssituation (Kinderwunsch ja/nein), Alter und Begleitsymptomen. Häufige Ansätze:

Hormonelle Ursachen

  • Anpassung der Verhütung (Präparatewechsel, andere Dosierung, anderes System)
  • Progesteron-Unterstützung in der zweiten Zyklushälfte (v. a. bei Verdacht auf Lutealphasenproblem und Kinderwunsch; individuell entscheiden)
  • Behandlung der Schilddrüse bei nachgewiesener Störung

Polypen/Myome

Je nach Größe, Lage und Beschwerden kann eine Entfernung (häufig minimal-invasiv) sinnvoll sein. Nicht jeder Befund muss sofort operiert werden – die Entscheidung ist individuell.

Infektionen

Therapie richtet sich nach Erreger (z. B. Antimykotika bei Pilz, Antibiotika bei bestimmten bakteriellen Infektionen). Bei STI werden ggf. Partnerbehandlung und Kontrolltests empfohlen.

Endometriose/Adenomyose

Optionen reichen von Schmerztherapie über hormonelle Behandlung bis zu operativen Verfahren. In Deutschland und Österreich gibt es spezialisierte Zentren, die bei komplexen Verläufen hilfreich sein können.

Schmierblutung vor der Periode bei Kinderwunsch

Bei Kinderwunsch wird Spotting vor der Periode oft besonders aufmerksam beobachtet. Wichtig: Eine leichte Blutung bedeutet nicht automatisch, dass „etwas nicht stimmt“. Dennoch kann sie ein Hinweis auf eine verkürzte zweite Zyklushälfte oder andere Faktoren sein.

Was du selbst beobachten kannst

  • Wie lang ist die Lutealphase (vom Eisprung bis zur Periode)? Häufig werden 10–14 Tage als typisch beschrieben.
  • Tritt die Blutung immer 1–2 Tage vor der Periode auf oder deutlich früher?
  • Gibt es zusätzliche Symptome (Schmerzen, starke PMS, Schilddrüsensymptome)?

Wann Abklärung bei Kinderwunsch sinnvoll ist

  • wiederkehrendes Spotting mehrere Zyklen
  • sehr kurze Lutealphase oder sehr kurze Zyklen
  • zusätzlich starke Schmerzen (Endometriose-Verdacht)
  • nach Fehlgeburten oder längerer unerfüllter Kinderwunschzeit

In der Kinderwunschdiagnostik kann – abhängig vom Timing – Progesteron bestimmt werden, ebenso Schilddrüse und ggf. Prolaktin; außerdem Ultraschallkontrollen. Wichtig ist hier die individuelle Beratung.

Schmierblutung vor der Periode nach dem Sex (Kontaktblutung)

Wenn eine Blutung regelmäßig nach Geschlechtsverkehr auftritt, sollte das ernst genommen und abgeklärt werden. Häufige, meist gut behandelbare Ursachen sind:

  • Reizung/kleine Verletzungen der Schleimhaut (z. B. bei Trockenheit)
  • Entzündung des Gebärmutterhalses
  • Polyp am Gebärmutterhals
  • selten: Zellveränderungen am Gebärmutterhals

Gerade weil die seltenen Ursachen wichtig sind, gilt: wiederkehrende Kontaktblutung gehört in die gynäkologische Abklärung (inkl. Blick auf Vorsorge/PAP/HPV-Status).

Typische Fragen aus dem Alltag (FAQ)

Ist eine bräunliche Schmierblutung vor der Periode normal?

Bräunliches Blut ist häufig „älteres“ Blut, das langsamer abfließt. Eine kurze, leichte bräunliche Schmierblutung kann vorkommen – besonders bei Stress, hormonellen Schwankungen oder in Umstellungsphasen. Wenn es neu ist, häufiger wird oder mit Schmerzen/Infektzeichen einhergeht, ist eine Abklärung sinnvoll.

Wie lange darf eine Zwischenblutung vor der Periode dauern?

Ein bis zwei Tage leichtes Spotting kann vorkommen. Wenn die Blutung regelmäßig länger anhält, sehr früh im Zyklus beginnt oder sich deutlich verändert, sollte medizinisch geschaut werden, ob z. B. Polypen, Myome, Infektionen oder hormonelle Ursachen beteiligt sind.

Kann Sport eine Schmierblutung auslösen?

Sehr intensives Training, zu geringe Energiezufuhr oder schneller Gewichtsverlust können den Zyklus beeinflussen. Moderate Bewegung ist dagegen eher stabilisierend. Wenn Blutungen unter Sport wiederholt auftreten, lohnt sich ein Check von Gesamtbelastung, Ernährung und ggf. Eisenstatus.

Kann das auch vom „Zyklus nach Impfung/Infekt“ kommen?

Viele berichten, dass starke körperliche Belastungen (z. B. Infekte) den Zyklus vorübergehend beeinflussen können. Entscheidend ist der Verlauf: Wenn sich nach 1–2 Zyklen wieder alles normalisiert, ist das oft beruhigend. Bei anhaltenden oder starken Blutungen gilt: abklären.

Welche Produkte sind bei Schmierblutung praktisch?

Für leichte Blutungen reichen oft Slipeinlagen oder Periodenunterwäsche. Wenn du zu Reizungen neigst, achte auf parfümfreie Produkte. Bei wiederkehrenden Blutungen kann ein Produktwechsel auch helfen, Hautirritationen zu vermeiden.

Checkliste: So bereitest du dich auf den Arzttermin vor

Eine gute Vorbereitung spart Zeit und führt schneller zur passenden Diagnose.

  • Zyklusdaten: letzter Periodenbeginn, Zykluslänge, Zeitpunkt der Blutung
  • Blutungsprofil: Dauer, Menge, Farbe, Geruch
  • Begleitsymptome: Schmerzen, Fieber, Juckreiz, Blutung nach Sex
  • Verhütung/Medikamente: Präparat, Einnahmefehler, neue Mittel (auch pflanzliche)
  • Schwangerschaft möglich? Test gemacht ja/nein
  • Vorerkrankungen: Schilddrüse, Gerinnung, Endometriose-Verdacht

Fazit: Wann beruhigen – und wann handeln?

Eine Schmierblutung vor der Periode ist häufig und in vielen Fällen durch harmlose hormonelle Schwankungen oder Umstellungen erklärbar. Gleichzeitig ist sie ein wichtiges Körpersignal: Wiederkehrende Blutungen, Schmerzen, Infektzeichen oder Blutungen nach dem Sex sollten ernst genommen und gynäkologisch abgeklärt werden. Mit gutem Zyklus-Tracking, Stressreduktion, sinnvoller Diagnostik und einer passenden Therapie lässt sich die Ursache oft finden – und die Blutung deutlich verbessern.

Wenn du unsicher bist: Lieber einmal mehr nachfragen als zu lange warten – insbesondere bei starken Blutungen, Schwangerschaftsverdacht oder deutlichen Schmerzen.